Seit 150 Jahren ragt er hoch über die Wälder Lippes hinaus: der „Hermann“ auf der Grotenburg. Ein Monument, das Geschichte schreibt, Mythen formt – und bis heute Menschen bewegt. Hinter diesem Werk steht Ernst von Bandel, ein Künstler, der sein ganzes Leben einer einzigen Idee verschrieb. Doch das Hermannsdenkmal erzählt nicht nur von Vergangenheit, sondern auch von der Frage, wie wir erinnern wollen. Im Lippischen Landesmuseum wird diese Geschichte lebendig. In der Dauerausstellung Mythos Varusschlacht begegnen wir dem historischen Arminius, und ab dem 22. November 2025 gilt es, das berühmte Monument ganz neu zu entdecken – kritisch, interaktiv und voller spannender Perspektiven.
Das Hermannsdenkmal feiert sein 150-jähriges Bestehen – Grund genug für eine große Sonderausstellung im Lippischen Landesmuseum Detmold. Vom 22. November 2025 bis zum 26. April 2026 lädt die Schau zu einer kritischen Auseinandersetzung mit einem der symbolträchtigsten Denkmäler Deutschlands. Dabei wird deutlich: Das Hermannsdenkmal steht nicht nur für die Erinnerung an eine antike Schlacht, sondern auch für 150 Jahre wechselvoller deutscher Geschichte und sich wandelnder Erinnerungskultur.
Die Ausstellung zeigt: Denkmäler sind mehr als dauerhaft sichtbare Erinnerungsmarken im öffentlichen Raum. Sie können Identität stiften, politische Botschaften transportieren und gesellschaftliche Konflikte widerspiegeln. Genau deshalb wird das Hermannsdenkmal hier als politisches Symbol, als Projektionsfläche für nationale Erzählungen und als Spiegel einer Gesellschaft im Wandel betrachtet. Der Blick weitet sich über die Detmolder Grotenburg hinaus und stellt das Monument in einen internationalen kulturgeschichtlichen Kontext.
Dabei geht die Ausstellung grundlegenden Fragen nach: Was ist überhaupt ein Denkmal? Welche Geschichten soll es erzählen – und für wen? Wie verändert sich seine Bedeutung im Laufe der Zeit? Und: Was passiert, wenn historische Figuren und Monumente in die Kritik geraten oder gestürzt werden? Internationale Beispiele – von Jeanne d’Arc und Florence Nightingale über Ada Lovelace bis hin zu Kemal Atatürk und Karl Marx – zeigen, wie vielfältig Erinnerung weltweit gestaltet wird.
Mit vielen Medien, VR-Station und Hologrammen bietet die Ausstellung faszinierende Zugänge für alle Altersgruppen. Die Ausstellung „Denk:mal!“ lädt dazu ein Vergangenheit und Gegenwart mit neuen Augen zu sehen – und darüber nachzudenken, wie wir heute erinnern wollen.
// Die Sonderausstellung im Lippischen Landesmuseum Detmold wird unterstützt von: KreativInstitut OWL (KIO), Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturstiftung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe, Lippische Landesbrandversicherungs AG, Sparkassen in Lippe, Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, VerbundVolksbank OWL Stiftung,
Lippische Museumsgesellschaft e.V.