Ab dem 14. Juni, passend zur Fußball-Europameisterschaft die dieses Jahr in Deutschland ausgetragen wird, lädt das Museum zu einem aufregenden Suchspiel ein – und das Beste daran: Es ist bereits im Eintrittspreis enthalten und kostet keinen Cent extra!
In den Ausstellungsräumen sind die 24 Nationalflaggen der EM-Teilnehmerländer versteckt. Doch die Flaggen sind nicht zufällig platziert. Sie alle stehen in Verbindung mit den beeindruckenden Objekten in der Sammlung. Im Lippischen Landesmuseum sind nicht nur außergewöhnliche Kulturgüter aus Lippe zu sehen, sondern auch Objekte aus der ganzen Welt. Dabei wird schnell klar, dass es zahlreiche europäische Verbindungen schon in der Vergangenheit gab. Das Suchspiel zeigt, dass die teilnehmenden Länder auf die eine oder andere Weise mit den Ausstellungen verknüpft sind – mal mehr, mal weniger offensichtlich.
Das kurzweilige Suchspiel ist für Familien konzipiert, die sich auf überraschende und verblüffende Fakten freuen können. Spannende Objekte werden in den Mittelpunkt gerückt, die man vielleicht bei einem Museumsbesuch gesehen hat, ohne sich ihrer Bedeutung bewusst zu sein. Seien wir doch ehrlich: Es gibt Ausstellungsstücke, die in der Regel alles andere als selbsterklärend sind. Erst die Hintergründe machen die Exponate greifbar, schaffen Anknüpfungspunkte und können Besucherinnen und Besucher berühren. Dieses Suchspiel rückt viele dieser Geschichten in den Fokus. Wer zum Beispiel den Bereich der Urgeschichte besucht hat, ist in erster Linie beeindruckt von den Mammutknochen, dem 300.000 Jahre alten Faustkeil und der Vielzahl an Äxten und Beilen. Spannend ist, dass es alles Funde aus Lippe sind. Übersehen wird dabei oft ein überaus interessanter Fakt: Bereits in der Steinzeit war Europa eine Art Freihandelszone. So wurden beispielsweise Feuersteine aus Belgien und Frankreich sowie Jadeitbeile aus den italienischen Alpen in Lippe gefunden.
Beziehungen und Warenaustausch, mit oder ohne feste Ländergrenzen, fanden durch die Jahrhunderte kontinuierlich statt. Die Epoche der römischen Kaiserzeit wird in Lippe, dem Land des Hermann, oft auf die Varusschlacht, die legendäre Schlacht zwischen Römern und germanischen Stämmen, reduziert. Dabei gab es eine lange Zeit der friedlichen Koexistenz mit dem Römischen Reich, mit Handelsbeziehungen und Wissenstransfer. Rohstoffe und manchmal auch landwirtschaftliche Überschüsse wurden gegen hochwertige Keramik, Gegenstände aus Buntmetallen und die begehrten Glasbecher getauscht. Zahlreiche Funde römischer Importwaren in der Ausstellung belegen die Präsenz von Römern in Lippe.
Grenzüberschreitende Kontakte wurden auch später aufrechterhalten und gepflegt. Stilprägende Einflüsse in Architektur, Kunst und Mode kamen aus verschiedenen Ländern und wurden in Lippe übernommen. Künstler und Wissenschaftler aus Lippe suchten Inspiration in Europa. Ernst von Bandel, der im bayrischen Ansbach geborene Erbauer des Hermannsdenkmals, hielt sich immer wieder in Italien auf. Aus jener Zeit stammt auch eines seiner markantesten Werke als Bildhauer: Die aus Carrara-Marmor gefertigte Statue der Thusnelda, der Gemahlin des Cheruskerfürsten Hermann. Die beeindruckende Figur ist ein prägendes Element der Ausstellung Mythos Varusschlacht.