Gemeinsam mehr bewegen

Die Bürger­stiftung Detmold – erfolgreich gelebtes Ehrenamt

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„2003 war das Geburtsjahr der Bürgerstiftung Detmold. Im Frühjahr ließen sich Bürgerinnen und Bürger der Stadt Detmold zu einer Idee anstiften – der Idee, selbst etwas für eine schönere Stadt und ein besseres Zusammenleben zu tun. Seit 2004 haben wir mit der Bürgerstiftung in unserer wunderschönen Stadt Detmold schon viel bewegt. Und auch in den nächsten Jahren wird es viel Gutes zu tun geben für Detmold.“

Man möchte also Anstiften. Wozu? Gutes für und in Detmold tun, gemeinsam mit der Stadt, den Vereinen und unterschiedlichsten Organisationen will man positive Zeichen setzen. Traditionen sollen gewahrt werden, Neues forciert werden. Und junge Menschen sollen sich für das Ehrenamt begeistern. „Damals ist die Stiftung quasi aus dem Nichts entstanden. Es gab kaum finanzielle Mittel, aber den unbedingten Willen, Menschen zu vernetzen, um Anderen zu helfen. Mittlerweile verfügt die Stiftung über einen wirtschaftlichen Grundstock; Basis für die künftige strukturierte Hilfe ist aber nach wie vor das Ehrenamt“, so der Vorsitzende Kay Sandmann-Puzberg im Gespräch mit uns. Bei operativen Projekten sei das Netzwerk oft entscheidend. Als ihm beispielsweise die Idee mit dem Klavier auf dem Marktplatz gekommen sei, habe Jens Harke ein Piano zur Verfügung gestellt, der Künstler Axel Plöger es bunt bemalt und Jakob Bergmann für die Infrastruktur gesorgt und das Ganze in Szene gesetzt. Zwei lippische Firmen spendeten noch Tischtennisplatten und Kickertische, und so wurde ein spontaner Treffpunkt mitten in der Stadt geschaffen an dem gesellschaftliche Unterschiede plötzlich keine Rolle mehr spielen. „Uns ist sehr wichtig bei unserer Arbeit und den Projekten, dass wir immer überparteilich und neutral auftreten. Politische Ansichten, religiöse Überzeugungen oder sonstige Dogmen treten hinter das Gemeinschaftliche Ziel des Projekts zurück“, so Kay Sandmann-Puzberg.

Umgesetzte Projekte sind, unter anderem: Musikinstrumente von Detmolder Dachböden in Kinderhände, Spielplatz Wasserstein neben dem Landesmuseum, Sozialpaten-Ausbildung – für optimale Unterstützung und Hilfe, Tiertanzparty – Eine Tanz-Choreographie für Kinder oder Bücherschränke als Orte der Begegnung. (Einen Link zu allen Projekten gibt es in der Infobox).

Maik Huebner, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung antwortet auf die Frage nach den Unterstützern: „Etwa zehn Personen arbeiten strategisch an den Projekten, und aktuell rund 130 unterstützen ehrenamtlich an den verschiedensten Positionen. Dazu kommen punktuell die Beteiligten anderer Organisationen wie zum Beispiel dem Lions Club, den Rota­riern, der Stadt Detmold oder kirchlichen Organisationen. Mittlerweile haben wir auch unsere Büro-Koordinatorin in der Geschäftsstelle.“

Regelmäßig finden Videokonferenzen mit verschiedenen Partnern statt. Der Kreis Lippe, die Stadt Detmold, Russische Freikirche, Evangelische Landeskirche, die Volkshochschule, das SOS Kinderdorf, Jobcenter oder beispielsweise die Sprachschule Inlingua tauschen sich dann auf direktem Weg kurz und knackig in einer Art „Speed Dating“ aus. So lassen sich Bedarfe konkret ermitteln und Hilfsangebote unkompliziert gemäß dem Motto „Gemeinsam mehr bewegen“ vermitteln. Aktuell versucht die Bürgerstiftung gemeinsam mit der Stadt Detmold unbürokratisch den Betroffenen des Unwetters vom 22. Mai zu helfen. Hochwasser und Überflutungen hatten vor allem im Detmolder Ortsteil Klüt enorme Schäden hinterlassen.

Künftig möchte die Stiftung „Musik mit Kindern“ einen noch größeren Anteil widmen. Künstlerische Bildung sei wichtig, so Kay Sandmann-Puzberg, aber musizieren sei so viel mehr. Der Umgang mit einem Instrument, die Verantwortung und Pflege dafür, das gemeinsame Musizieren: all das habe eine nicht zu unterschätzende positive Wirkung. Die Satzung wird aktuell um die Themen Demokratische Bildung, Klimaschutz und Stadtverschönerung ergänzt, und auch die Homepage soll aktualisiert werden. „Zur Zeit sind wir auf Facebook und Instagram sehr aktiv, die Homepage muss irgendwann auch wieder auf Vordermann gebracht werden“, so Kay Sandmann-Puzberg und Maik Huebner.

Wer dem Beispiel der Bürgerstiftung Detmold nun folgen möchte und Fragen zu den Themen Stiftungsgründung, Organisation, Ehrenamt oder Projektplanung hat, dem wird – im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten – gern geholfen. Finanzielle und/oder aktive Unterstützung der Stiftung seien selbstredend jederzeit willkommen, so Huebner und Sandmann-Puzberg abschließend.

„Wir stiften an und motivieren zu einem verantwortlichen Mitwirken an der Gestaltung und Entwicklung eines lebendigen gesellschaftlichen Lebens in Detmold. Auf diese Weise werden die Voraussetzungen für ein positiveres Miteinander der Menschen in Detmold gefördert, die Lebensqualität verbessert und die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit Detmold gestärkt.“

// Unter dem Stichwort „Fluthilfe Detmold“ ist ein zentrales Detmolder Spendenkonto eingerichtet worden. Die Spenden kommen Betroffenen nach Bedürftigkeit zu.

Spendenkonto:
DE73 4765 0130 0047 0641 00
Stichwort: Fluthilfe Detmold