In „Absprung“ geht es um die beiden Freundinnen Safa und Aisha, zwei pakistanisch-britische Frauen aus dem Londoner East End, die nach dem Berufseinstieg unterschiedliche Wege einschlagen. Während Aisha sich zunehmend für die Wurzeln ihrer Herkunft interessiert, passt sich Safa an ihre neuen „Upper Class“-Kolleg*innen an. Ein Terroranschlag lässt die beiden über Identität, Herkunft und Anpassung an die Mehrheitsgesellschaft nachdenken und stellt ihre Freundschaft auf eine schwere Probe.
Am 20. März bringt Deborah Krönung das Kammerspiel „Angstmän“ auf die Bühne des Jungen Theaters. Im Zentrum dieser Geschichte steht Jennifer, die einen Abend allein zu Hause ist. Zwar hat sie etwas Angst vor dem Alleinsein, doch bald schon wird sie abgelenkt, als sie im Schrank auf Angstmän stößt – einen verängstigten Superhelden, der auf der Flucht vor dem fiesen Pöbelman ist, der natürlich ausgerechnet jetzt an der Wohnungstür klingelt … Diese turbulente Geschichte über Ängste, Freundschaft und Superhelden zeigt, wie aufregend es sein kann, sich seinen Ängsten zu stellen und ist ein echter Mutmacher!
In Eugène Ionescos Stück „Die Nashörner“ verwandeln sich nach und nach immer mehr Menschen in Nashörner, bis diese in der Mehrheit sind. Wer dazugehören will, muss sich verwandeln – „man muss schließlich mit der Zeit gehen“. Unter der Regie von Jan Steinbach wird diese absurd-komische wie bitterböse Parabel auf den Irrwitz ideologischer Massenbewegungen und den damit einhergehenden rücksichtslosen Opportunismus ab dem 20. März im Detmolder Sommertheater zu sehen sein.
Im Ballett steht im Großen Haus am 4. April die Uraufführung „Vom Fischer und seiner Frau“ mit Kompositionen von Robert Lillinger und einer Choreografie von Katharina Torwesten auf dem Programm. Als Grundlage für diese Uraufführung dient das gleichnamige Märchen der Gebrüder Grimm: Ein Fischer und seine Frau leben in einer bescheidenen Hütte. Eines Tages fängt der Fischer einen verwunschenen, sprechenden Butt, der ihm Wünsche erfüllt. Nachdem der Butt ihm und seiner Frau Wohlstand gewährt, werden die Wünsche der Frau immer maßloser und ihre Gier wächst ins Unendliche. Als sie schließlich göttliche Macht verlangt, hat sie jede Grenze überschritten.
Am 24. April feiert das Landestheater Premiere im Musiktheater: „Die Reise nach Reims“ unter der Musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Per-Otto Johansson und der Regie von Dominik Wilgenbus. In Gioachino Rossinis Opera buffa strandet eine Gruppe adeliger Reisender aus ganz Europa auf dem Weg zur Krönung Karls X. in einem Luxushotel nahe Reims. Dort sorgen Intrigen, Eifersucht und Affären für Chaos … Rossini präsentiert in diesem rasant-komischen Werk eine Persiflage auf die Oberflächlichkeit des Adels und die Künstlichkeit der Gattung Oper, indem er das Überkochen von Emotionen, ohne angemessenen äußeren Anlass, bloßstellt. Ein großer, absurder Opern-Spaß!
Auch in diesem Jahr verwandelt sich der Innenhof des Landestheaters im Mai zur Spielstätte. Freuen Sie sich auf „Leonce und Lena“ (Premiere am 10. Mai) in einer Inszenierung des designierten Schauspieldirektors des Landestheaters Gustav Rueb. In Georg Büchners Lustspiel geht es um Leonce, der die ihm bisher unbekannte Lena heiraten und anschließend die Firma seines Vaters übernehmen soll. Da sich Leonce nach einem selbstbestimmten Leben sehnt, macht er sich mit seiner neuen Wegbegleiterin Valeria auf nach Italien, um der Zwangsheirat zu entgehen. Auch Lena beschließt angesichts ihrer bevorstehenden Vermählung, zu fliehen. In Italien treffen Leonce und Lena aufeinander, nicht wissend, wen sie vor sich haben, und verlieben sich – ahnungslos, dass sie füreinander bestimmt sind.
Am 15. Mai feiert „Königin Lear“ in der Inszenierung von Joanna Lewicka im Großen Haus Premiere. Tom Lanoye überträgt den Shakespeare-Stoff vom König und seinen (un-)treuen Töchtern ins Heute und vertauscht dabei gewitzt die Geschlechter. Die Industriemagnatin Elisabeth Lear will abtreten und ihr Erbe übertragen. Doch zunächst möchte sie nochmal von ihren Söhnen hören, wie sehr diese sie lieben. Während zwei der Söhne ihr mit ausgewählten Worten schmeicheln, um einen möglichst großen Teil des Erbes zu ergattern, verweigert der jüngste Bruder das verlogene Geschäft: Geld gegen Liebe. Von der Macht als Firmenchefin korrumpiert, kann Elisabeth Lear zwischen echter und vorgetäuschter Zuneigung nicht unterscheiden und enterbt ihren früheren Lieblingssohn wutentbrannt. Damit setzt sie eine Mechanik des Untergangs in Gang.
Die letzte Premiere dieser Spielzeit wird mit „Alcina“ am 12. Juni auf die Bühne gebracht. In Georg Friedrich Händels Barockoper ist Alcina alleinige Herrscherin ihres exotischen Zauberreichs: Alles und jeden kann sie verführen und Männer, derer sie überdrüssig ist, verwandelt sie in stumme Dinge. Doch für den Ritter Ruggiero fühlt sie erstmals Liebe – und auch die Angst, den Geliebten zu verlieren. Als dessen Verlobte Bradamante sich ins Zauberreich begibt, um Ruggiero zu befreien, beginnt ihre Welt zusammenzubrechen … Für die Musikalische Leitung zeichnet Claudio Novati verantwortlich, die Regie übernimmt Felix Schrödinger.