Hallo Herr Batzer! Erzählen sie uns doch mal: Wie kam der Kontakt zum TBV zustande?
TBV-Trainer Florian Kehrmann und ich sind bereits seit einigen Jahren befreundet. Wir spielen zusammen Fußball in der Altherren-Abteilung des VfL Lüerdissen. Als feststand, dass Andre aufhören wird, haben Jörg Zereike (Anm. d. Red.: TBV-Geschäftsführer) und Flo mich angesprochen, ob ich mir die Betreuertätigkeit beim TBV vorstellen könnte. Da konnte ich nicht nein sagen. Natürlich gab es im Vorfeld einige Dinge zu klären, aber letztendlich hat alles reibungslos funktioniert.
Waren Sie dem TBV auch schon vorher in irgendeiner Form verbunden?
Auf jeden Fall! Bei den Heimspielen war ich eigentlich in den letzten Jahren immer dabei, wenn es sich zeitlich einrichten ließ. Das Ganze nun einmal aus einer völlig anderen Perspektive miterleben zu dürfen, ist für mich eine riesige Ehre.
Wie lief die Übergabe? Der ehemaliger Betreuer Andre David wird in seinen vielen Jahren ja vieles an Wissen angehäuft haben.
Das stimmt! Wir haben uns frühzeitig zusammengesetzt und viele Dinge besprochen. Zudem hat Andre mich freundlicherweise bei den letzten drei Heimspielen der Saison 2022/23 als seinen Praktikanten mitlaufen lassen. Natürlich kann man in dieser kurzen Zeit nicht alles perfekt aufsaugen, aber nach dem Trainingslager in Kristianstad und den vielen Vorbereitungsspielen finde ich mich immer besser zurecht und habe die Abläufe gut verinnerlicht.
Nehmen Sie uns doch einmal mit! Wie sieht ein Heimspiel als Betreuer des TBV Lemgo Lippe aus? Welche Aufgaben fallen an?
Mindestens zweieinhalb Stunden vor dem Spiel treffe ich an der Halle ein. Dann bereite ich erst einmal ein paar ganz banale Sachen vor: Kaffee und Kuchen für das Team, die Schirikabine, Getränke für die Zeitnehmer und den Sekretär. Weiter geht’s mit den Kinexon-Bällen und den Bras, die die Spieler während des Spiels tragen, den Trikots, die in der Kabine bereitgelegt werden und vielen weiteren Aufgaben, die dem Team hoffentlich einiges an Last am Spieltag abnehmen. Während des Spiels protokolliere ich dann Statistiken. Nach Spielende gilt es alles wieder ordentlich zu hinterlassen.
Wie wurden Sie vom Team aufgenommen? Kannten Sie einige Spieler schon vorher?
Ich wurde wirklich klasse aufgenommen. Direkt von Beginn habe ich gemerkt, wie groß der Zusammenhalt in dieser super Truppe ist. Alle haben es mir sehr einfach gemacht, mich wohlzufühlen. Einige Spieler kannte ich bereits persönlich und aus der Stadt, wo man dem ein oder anderen auch häufiger über den Weg läuft.
Neben dem Handball sind Sie hauptberuflich bei der Polizei als Polizeioberkommissar tätig. Wie schaffen Sie den Spagat und warum hat Sie die Betreuertätigkeit beim TBV gereizt?
Ich habe fast mein Leben lang irgendeinen Teamsport betrieben und meine Schuhe beim Fußball zuletzt an den Nagel gehangen. Der Betreuerjob bietet mir die Chance weiterhin im Teamsport aktiv zu sein. Und wann bekommt man schon einmal die Chance, im Profisport mitmischen zu dürfen? Für mich war es eine einfache Entscheidung! Natürlich musste ich erstmal meine Freundin fragen, wie sie darüber denkt und auch meine engeren Kollegen und meinen Chef habe ich von Beginn an mit ins Boot geholt. Sie haben mich allesamt darin bestärkt, die Chance wahrzunehmen, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. Natürlich kann es mal vorkommen, dass ich dienstlich nicht dabei sein kann. Das sollte aber die Ausnahme sein. Für diesen Fall haben wir bereits im Vorfeld abgesprochen, wie ich vertreten werden kann. Aber bei den bisherigen Terminen ist noch kein Spiel dabei, an dem ich nicht kann.
Vielen Dank für das Gespräch.