Besonders gefragt sind so spritzig verpackte Angebote wie „Es ist nicht alles Gold, was glänzt – Wie Alchemisten versuchten, aus Dreck Gold zu machen“ oder „Das geht auf keine Kuhhaut – als das iPad noch Blätter hatte“. Bei allen museumspädagogischen Programmen darf man sich auf zwei Teile freuen: Theorie und Praxis.
Los geht es stets mit einer speziell auf das jeweilige Thema ausgerichteten Führung durch die Dauerausstellung. Ganz gleich, ob Geschichte, Kunst, Architektur, Technik, Mode, Wirtschaft oder Medizin, im Weserrenaissance-Museum herrscht eine große Bandbreite an Themen. Anschließend kommt der beliebte Praxisteil. Hierbei können die Kinder beispielsweise im Labor in einen Forscherkittel schlüpfen und mit einer Schutzbrille auf der Nase versuchen, selbst Gold herzustellen – genau wie die Alchemisten vor gut 400 Jahren auf Schloss Brake.
Bei dem Angebot „Bibergeil und Bisamapfel – Heilmittel mit Risiken und Nebenwirkungen“ dürfen die Kinder im Anschluss an die Führung selbst Lavendel-Parfüm herstellen. Und bei dem Programm „Von Rittern und Burgen“ dürfen sie sogar Renaissance-Kostüme tragen, am gespielten Festbankett sitzen und an einem Schauturnier teilnehmen. Zum Schluss wird der ein oder andere sogar zum Ritter geschlagen.
Für die kleineren Kinder steht die „Schatzsuche“ hoch im Kurs. Bei der Suche nach der verheißungsvollen Truhe erfahren die Mädchen und Jungen ganz spielerisch, wie das Leben am Hofe zu Zeiten der Renaissance aussah, wer auf Schloss Brake wohnte, wie man ein richtiger Ritter wurde und wie man sich damals als edle Dame zu benehmen hatte.
„Wir hoffen, dass durch die ansprechenden museumspädagogischen Konzepte vor allem noch mehr junge Menschen den Zugang zu Kunst und Kultur finden“, sagt Silvia Herrmann, kommissarische Standortleiterin des Museums. Und tatsächlich, die Nachfrage steigt – sowohl nach Führungen durch Sonder- und Dauerausstellungen als auch nach Veranstaltungen. Von den zahlreichen Kindergeburtstagen einmal ganz zu schweigen.