Glanzlichter!

Spielzeitende und Neubeginn am Landes­theater Detmold

© Landestheater Detmold/Jochen Quast | Die Herzogin von Chicago

Weitere Artikel

Herford-Bismarckturm-Teutoburger-Wald-wfg-Herford-D-Ketz-011

Der Hansaweg

Auf dem Hansaweg lassen sich Naturgenuss und Geschichte hervorragend miteinander kombinieren: Der zertifizierte Fernwanderweg führt quer durch das nordlippische Bergland und verbindet die historischen Hansestädte Herford und Hameln.

Weiterlesen »
Die Spielzeit 2024/25 schreitet ihrem Finale entgegen. Bis zum 7. Juli präsentiert das Landestheater Detmold noch Glanz­lichter aus allen Sparten, bevor es sich in die sechswöchige Sommerpause verabschiedet:

Im Musiktheater gibt es die Operette „Die Herzogin von Chicago“ zu sehen, das Schauspiel zeigt im Hoftheater „Eine Sommernacht – Ein Stück mit Musik“, die Ballettkompanie präsentiert „Licht aus, Spot an: Backstage!“ und im Jungen Theater können noch „Das NEINhorn“, „Wutschweiger“ sowie die Produktion des TeenClubs „Die Nacht so groß wie wir“ nach dem Jugendroman von Sarah Jäger erlebt werden. Wer Konzerte liebt, kann sich gleich doppelt freuen: Am 24. Juni um 19.30 Uhr fordert das Symphonische Orchester des Landestheaters im Konzert­haus der Hochschule für Musik beim 2. Symphoniekonzert zu einem orchestralen Festtanz auf. Außerdem schließen sich Musiker*innen des Landestheaters und der Nordwestdeutschen Philharmonie für das Kammerkonzert „Die zehn Hornist*innen“ am 6. Juli um 11.00 Uhr im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake zusammen.

Traditionell stellt das Landestheater Detmold für die Opernschule der Hochschule für Musik auch in dieser Spielzeit wieder seine Bühne zur Verfügung. Am 4. und am 6. Juli gibt Michael Dissmeier mit Mozarts „Don Giovanni“ seinen Regie-Auftakt als neu berufener Leiter der Opernschule. Mit Gesangsstudierenden, Chor und Orchester der Hochschule (Musikalische Leitung: Alexander Hannemann) wird eine Inszenierung erarbeitet, die das Werk mit jungen Künstler*innen neu belebt und eine ebenso aktuelle wie reflektierte Lesart eines Klassikers bietet.

Am 21. August kehrt das Landestheater aus der Sommerpause zurück und läutet am 22. August um 19.30 Uhr die neue Saison mit „Eine Sommernacht – Ein Stück mit Musik“ im Hoftheater ein. Die Scheidungsanwältin Helena und der Kleinkriminelle Bob sind 35 Jahre alt und mit ihren Leben unzufrieden. Nach einem One-Night-Stand führt der Zufall die beiden am nächsten Tag wieder zusammen, sie im Brautjungfernkleid, er mit 15.000 Pfund in der Tasche, die er für seinen Boss verwahren soll. Sie beschließen, das Geld auf den Kopf zu hauen und das Leben zu feiern. Eine charmante Komödie über Zufall, Neuanfang und das Glück im Ungeplanten.

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr und anlässlich der Feierlichkeiten zu seinem 200-jährigen Bestehen veranstaltet das Landestheater vom 28. bis zum 31. August 2025 wieder ein Eröffnungsfest. Zum Auftakt lädt der Chor des Landestheaters am 28. August zu einem Konzert von Oper bis Ohrwurm ein. Am 29. August erwartet das Publikum ab 19.00 Uhr auf einer Außenbühne vor dem Großen Haus ein Galakonzert mit den schönsten Melodien aus Oper, Operette und Musical. Im Anschluss findet die Verleihung der Theaterpreise statt. Nachdem das Junge Theater am 30. August ab 15.00 Uhr die Kinderoper „Pettersson und Findus und der Hahn im Korb“ auf die Bühne bringt, sind ab 19.00 Uhr Ausschnitte aus dem Spielplan des Schauspiels und des Balletts zu erleben. Last but not least bietet am 31. August ein großes, buntes Theaterfest an der Open Air-Bühne und rund um das Landestheater allen Besucher*innen aus Stadt und Region die Möglichkeit zu zahlreichen Begegnungen und Austausch mit Künstler*innen und Theatermitarbeiter*innen und damit die Gelegenheit, das Landestheater in seinen unterschiedlichen Facetten (noch) besser kennenzulernen.

Traditionell findet am 7. September wieder die Sparkassen-Matinee in der Haupthalle der Sparkasse in der Paulinenstraße statt, wo sich neue Ensemble-Mitglieder mit Highlights aus dem Spielplan vorstellen. Freuen Sie sich auf die neuen Gesichter und Stimmen, die vom Orchester des Landestheaters Detmold begleitet werden.

Mit Giuseppe Verdis „La traviata“ feiert das Landestheater am Freitag, 12. September, um 19.30 Uhr seine Eröffnungspremiere im Großen Haus. Violetta, eine Edelprostituierte, ist todkrank. Auf dem Zenit ihrer Jugend wird sie, die nicht an die Liebe glauben will, von ihr überrollt. Das Glück ist von kurzer Dauer, die Versöhnung kommt zu spät: Violetta stirbt schlussendlich verarmt und einsam als Märtyrerin einer Gesellschaft, in der für Außenseiter*innen kein Platz ist.

Das Schauspiel präsentiert mit seiner ersten Premiere im Grabbe-Haus am 21. September um 19.30 Uhr „Herkunft“ nach dem Roman von Saša Stanišić. Poetisch, sprachgewaltig und mit feinem Humor fabuliert der Autor von den Aben­teuern seiner Kindheit in einem bald verschwindenden Land, seinem Aufwachsen als Jugendlicher in Deutschland, seiner Suche nach Identität und von einer buntgemischten Schar an Ahnen. Ein warmherziges und aberwitziges Kaleidoskop voll skurriler Geschichten und tiefer Wahrheiten.

Am 26. September folgt die erste Schauspielpremiere im Großen Haus, „Der Menschenfeind“ von Molière. Alceste besteht auf radikale Aufrichtigkeit und hat sein Herz an die junge Witwe Célimène verloren. Diese ist ihm gegenüber nicht abgeneigt, hat jedoch viele Ver­ehrer und liebt es zu flirten. Für Alceste ist dies ein harter Schlag. Mit leidenschaftlicher Entschlossenheit geht er auf Konfrontationskurs mit einer heuchlerischen Gesellschaft, predigt absolute Wahrheit und begibt sich bewusst in eine Außenseiterposition. Wortwitzig und pointenreich hat Molière ein tiefgründiges Stück über Schein und Sein und eine wunderbar groteske Charakterkomödie geschrieben.

Das Junge Theater beschließt den Premieren-Reigen im September mit Duncan Macmillans „All das Schöne“, einem lebensbejahenden Monolog über Depression. Wie reagiert man als Kind, wenn die eigene Mutter das Leben nicht mehr lebenswert findet? Man schreibt eine Liste mit allem, was in der Welt großartig ist und hofft, dass die Mutter sie liest. Und während das Kind schreibt und hofft, dass die Depression der Mutter aufhört und alles besser wird, wird aus ihm ein Erwachsener, der sein Leben mit allen Höhen und Tiefen lebt und dabei immer wieder einen Anlass findet, die Liste zu füllen. Tieftraurig und gleichzeitig herzzerreißend komisch.