Aus einer Mannschaft wird ein Team

TBV Lemgo Lippe überzeugt in der ersten Saison nach dem Umbruch

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Nachdem der TBV Lemgo Lippe in der Saison 2021/22 einen starken sechsten Platz in der Liga belegte, bis ins Achtelfinale der EHF European League vorstieß und sich zum zweiten Mal in Folge für das Finalturnier um den DHB-Pokal qualifizierte, musste der lippische Handball-Bundesligist im vergangenen Sommer einen großen Umbruch bewältigen.

Zahlreiche Leistungsträger, u.a. die beiden schwedischen Europameister Jonathan Carlsbogård und Peter Johannesson sowie der Lemgoer Toptorschütze Bjarki Már Elísson verließen den Verein. Nicht wenige erwarteten daher eine schwere Saison für das Team von TBV-Trainer Florian Kehrmann. Doch mit etwas Anlaufzeit fanden Kehrmann und seine Mannschaft in der aktuellen Spielzeit immer besser zusammen, sorgten für viele faustdicke Überraschungen und nahmen im April zum dritten Mal in Folge am REWE Final4 teil, welches erstmals vor knapp 20.000 Zuschauern in Köln ausgetragen wurde.

Bereits vor dem Saisonstart war Kehrmann bewusst, dass die Erwartungen der Fans nach dem Pokalsieg 2021 und den starken Leistungen der Vorjahre gewachsen waren. „Der Pokalsieg und die zweifache Qualifikation für die EHF European League kommen bei dem Etat, mit dem wir agieren, einer Meisterschaft gleich“, versuchte der Lemgoer Trainer die Erfolge der letzten Jahre richtig einzuordnen und bat gleichzeitig um Geduld mit dem neuen Team. „Natürlich fehlen zum jetzigen Zeitpunkt noch einige Automatismen, die sich im Laufe der Saison zunächst noch festigen müssen. Schwankungen und Rückschläge gehören bei einem neu formierten Team zum Entwicklungsprozess dazu. Dass müssen wir der Mannschaft zugestehen. Einige unserer Säulen sind weggebrochen, aber wir haben auch viele Säulen, die wachsen können. Wenn alles zusammenwächst, werden wir auch wieder starke Leistungen mit dem TBV erbringen können“, blickte Kehrmann nach einer starken Vorbereitung voller Tatendrang voraus.

Rückschläge mussten die Lemgoer dabei direkt zum Saisonstart verkraften. Mit 26:30 unterlagen die TBV-Handballer vor heimischen Fans im ersten Duell der Spielzeit 2022/23 dem VfL Gummersbach. Mit nur zwei Punkten aus den erstens sechs Liga-Begegnungen und dem Ausscheiden aus der EHF European League, gerieten die Lemgoer früh in der Saison unter Druck. Der erste große Befreiungsschlag glückte dann ausgerechnet im Heimspiel gegen Meisterschaftsfavorit Flensburg-Handewitt. Mit 26:21 schickten die Lemgoer den Favoriten aus dem Norden ohne Punkte zurück in die Heimat. Im Norden sorgte der TBV einen Monat später für die nächste Sensation und siegte erstmals seit 20 Jahren auswärts beim THW Kiel. In einer absoluten Nervenschlacht behielt das Team von Kehrmann einen kühlen Kopf und entführte mit einem 32:33-Erfolg beide Punkte aus der Kieler Wunderino-Arena. Ein Kunststück, dass neben dem TBV Lemgo Lippe nur einem weiteren Team in dieser Saison gelingen sollte. Mit Siegen gegen Minden, Erlangen und Wetzlar verschafften sich die Lemgoer in ihrer 40. Erstligasaison Abstand auf die Abstiegsränge und pendelten sich im unteren Tabellenmittelfeld ein.

Richtig Bock hatten die TBV-Spieler auch in diesem Jahr wieder auf den DHB-Pokal. Mit Erfolgen gegen Lübeck-Schwartau,
HC Elbflorenz Dresden und den VfL Gummersbach machten die Lemgoer Handballer das scheinbar Unmögliche möglich und zogen zum dritten Mal in Folge in das Final4 um den DHB-Pokal ein. Beim Finalwochenende in Köln trafen die Lipper im Halbfinale auf niemanden Geringeres als den amtierenden Deutschen Meister und Klubweltmeister SC Magdeburg. Nach einem harten Fight mussten die Lemgoer sich denkbar knapp mit 31:33 geschlagen geben und hatten einen Tag später auch im Spiel um Platz 3 gegen die SG Flensburg-Handewitt das Nachsehen.

Auch in der Liga überzeugte das Team um TBV-Kapitän Lukas Zerbe nun immer häufiger und baute vor allem in der heimischen Phoenix Contact-Arena, gemeinsam mit seinen Fans, eine echte Festung auf. Seit mittlerweile sechs Heimspielen in Folge (Stand 5. Juni) sind die Lipper mittlerweile verlustpunktfrei und haben wenige Wochen vor dem Saisonende die Chance auf einem einstelligen Tabellenplatz abzuschließen.

In die neue Saison starten wird der TBV nach einem kurzen Urlaub am 13. Juli. Mit dabei sein werden dann die Lemgoer Neuzugänge Nicolai Theilinger (HSV Hamburg) und Leoš Petrovský (TuS N-Lübbecke). Auch Thomas Houtepen und Leve Carstensen werden vom Team HandbALL fest zum Bundesligateam aufrücken. Verlassen werden den Verein hingegen Isaías und Gedeón Guardiola sowie Niko Blaauw und Kian Schwarzer. Auch hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für die Saison 2023/24 bereits auf Hochtouren. Alle Fans des lippischen Handball-Bundes­ligisten haben bereits die Möglichkeit, sich ihren persönlichen Stammplatz für alle TBV-Heimspiele zu einem Vorteilspreis zu sichern und sich mit einer Dauerkarte für die 41. Bundesliga-Saison der Lemgoer Handballer einzudecken.

// Infos zum Dauerkartenverkauf finden Interessierte unter www.tbv-lemgo-lippe.de