Großes Finale!

Ziel erreicht! Wie bei einem Puzzle fügen sich nun alle Einzelteile perfekt zusammen

© Andrea Gerstenberger | Zusammen sind sie stark! Die Projektpartner freuen sich über die erfolgreichen „Gesichter der Weserrenaissance“. Dazu zählen Daniel Sieveke, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, der Lippische Heimatbund, der Kulturkreis der Weserrenaissance, die Stiftung Eben-Ezer sowie das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake.

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Eine dreiviertel Million Euro an Förder­geldern ist in das ambitionierte Projekt „Gesichter der Weser­renaissance“ geflossen. Und das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen.

Vor vier Jahren hat Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, feierlich den entsprechenden Bewilligungsbescheid im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo überreicht. „Ziel war und ist es, das reiche Baukulturerbe der Weserrenaissance vor allem für junge Leute zu erschließen – multimedial, erlebnisorientiert, integrativ“, erklärt Dr. Albert Hüser, Vorsitzender des Projektträgers Lippischer Heimatbund.

Dank vieler unterschiedlicher Maßnahmen ist die Weserrenaissance nun ein gutes Stück sichtbarer geworden und hat sich immer mehr zur Marke etabliert. Doch wie genau ist diese Mammutaufgabe gelungen? Die Verantwortlichen des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake haben einen cleveren Plan geschmiedet. Aus der Fülle an Weserrenaissance-Gebäuden haben sie sich zehn Objekte herausgepickt, die nicht nur die Vielfalt der Epoche wiederspiegeln, sondern auch ein spannendes Netzwerk der damaligen Zeit abbilden. Dazu zählen Schloss Brake, das sogenannte Hexenbürgermeisterhaus Lemgo sowie das Rathaus mit dem einmaligen Apothekenerker in Lemgo, das Fürstliche Residenzschloss Detmold, Schloss Barntrup, Schloss Wendlinghausen, das Rathaus in Höxter, das Grabmal von Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg im Dom zu Paderborn sowie das dortige Rathaus und Schloss Neuhaus. Mit allen Beteiligten wurden intensive Gespräche geführt und Kooperationen geschlossen. Dazu zählt auch der Verein „Kulturkreis der Weserrenaissance“, der ein weiterer wichtiger Partner des gesamten Projektes ist.

„Um die zehn Gebäude lebendig werden zu lassen, treten historische Persönlichkeiten in Erscheinung, zwischen denen es die merkwürdigsten Verbindungen gegeben hat. Genau das ist der Stoff, aus dem lebendige Geschichten entstehen. Storytelling heißt das Stichwort, aber historisch korrekt, versteht sich“, betont Daniel Sieveke, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die entsprechenden Hintergründe wurden bis ins kleinste Detail recherchiert. Bücher, Fotos, Archive – alles wurde genutzt, um erzählenswerte Geschichten herauszukitzeln.

Entstanden sind zehn reizvoll inszenierte Filme, die nun zusammen mit einem übergreifenden Imagefilm allesamt auf der völlig neu erstellten Homepage www.gesichter-weserrenaissance.de zu sehen sind. Angeboten werden sie auf Deutsch und Englisch. Um die Übertragung in leichte Sprache hat sich die Stiftung Eben-Ezer gekümmert, die ein weiterer wichtiger Partner des gesamten Projekts ist.

Auf der neuen Homepage findet man jede Menge Informationen zu den Gebäuden und Personen, farbige Fotostrecken, Zitate historischer Persönlichkeiten und kurzweilige Mitmachangebote für Kinder. Die Mitmachmaus Mathilda lädt dabei zu spannenden Rätseln, Suchspielen und Bastelaktionen ein. Darüber hinaus kann man sich das extra auf das Thema Weserrenaissance entwickelte Hörspiel „Pia und Nino und das Schlossfest“ anhören, das auch ganz analog mehrfach im Weser­renaissance-Museum zu erleben war.

Außerdem kann man sich über touristische Tagestouren informieren. „Schick und schön“, „Mächtig und prächtig“ oder „Schein und Sein“ lauten die Titel der unterschiedlichen Routen, die gleich mehrere Weserrenaissance-Hotspots miteinander verbinden und in der Form intensiv beworben wurden, und zwar in Kooperation mit dem Teutoburger Wald Tourismus und dem NRW Tourismus.

Doch die Homepage hat noch mehr zu bieten. Auf einer tiefergehenden Ebene erwartet die Nutzer ein „virtuelles Museum“ mit wissenschaftlichen Erkenntnissen des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake zum Thema Weserrenaissance aus den vergangenen 30 Jahren.

Doch damit nicht genug! Ganz real, vor Ort zeigen die beteiligten Gebäude dank einer stilvoll designten Plakette oder Stele, dass sie zum Netzwerk „Gesichter der Weserrenaissance“ gehören. Ein darauf abgebildeter QR-Code führt direkt zur umfangreichen Homepage samt seiner vielseitig aufbereiteten Informationen. Beim Weserrenaissance-Museum Schloss Brake, beim Hexenbürgermeisterhaus und beim Rathaus in Lemgo gibt es anstelle einer Plakette sogar sprechende Mitmachstationen. Dabei kann man beispielsweise an einer Kurbel drehen oder auf ein Pedal treten, und schon wird den kleinen und großen Besucherinnen und Besuchern eine unterhaltsame Geschichte erzählt. So wird Vergangenes auf interaktive Art und Weise lebendig.

Alle recherchierten Geschichten finden sich aber nicht nur digital, sondern auch ganz real in gedruckter Version wieder. In der vom Lippischen Heimatbund herausgegebenen Reihe „Lippische Kulturlandschaften“ ist eine entsprechende Broschüre entstanden.

Aber auch das Feiern darf nicht vergessen werden. Bereits im vergangenen Jahr waren 2.800 Besucherinnen und Besucher beim „Tag der Weserrenaissance“ am Schloss Brake mit von der Partie. Erfolgsfaktoren waren das lebhafte Bühnenprogramm mit lokalen Akteuren, die lustigen Kanufahrten auf dem Burggraben, die Führungen durchs Weserrenaissance-Museum Schloss Brake, rasantes Dromedar-Rodeo, eine stilechte Ritterhüpfburg, Airbrush-Tattoos, Walk­acts, jede Menge Sonne und Essen. Und weil es so schön war, gab es zum großen Finale nochmals einen „Tag der Weser­renaissance“ in Form eines Familienfestes am Schloss Brake in Lemgo.

Und wie geht es weiter? Nachhaltig soll es zugehen. Auf den bisherigen Erfolgen will man aufbauen. Und da die Weser­renaissance ein äußerst interessantes und sehr weit verbreitetes Phänomen ist, das sich über die Landesgrenzen von NRW erstreckt, versucht das Team im nächsten Schritt, das Thema Weserrenaissance für ganz Deutschland aufzubereiten und noch intensiver als Marke zu bewerben und zu etablieren. Die Förderanträge sind gestellt.